17 Ziele: Eins fehlt!

Was ist überhaupt ein SDG? Und warum sind 17 davon nicht genug? Erfahre hier, welche wichtige Lücke SDG 18 schließt.

In vielen Darstellungen zu den 17 Zielen scheint eine Kachel zu fehlen. Und ja! Für mich fühlen sich die 17 SDGs nicht vollständig an. Denn die Themen und Forderungen, die sie aufgreifen sind ausschließlich nach außen gerichtet. Was aber ist mit unserer Eigenverantwortung? Die innere Haltung des Menschen sich und seiner Umwelt gegenüber ist elementarer Bestandteil einer erfolgreichen Transformation in eine nachhaltige Zukunft.

Globale Herausforderungen

Aber klären wir zunächst kurz, was überhaupt ein SDG ist. Wir sehen uns mit großen, globalen Herausforderungen konfrontiert. Erderwärmung, Klimawandel, Luftverschmutzung, Wassermangel und -verunreinigung sowie zahlreiche Folgen für die Gesundheit von Mensch und Ökosystem, dies sind nur einige Auswirkungen der Wachstumspolitik des Industriezeitalters. Zudem führt die Verknappung von Ressourcen zu signifikanten wirtschaftlichen und geopolitischen Spannungen. Spätestens seit dem 1972 veröffentlichen Bericht „Die Grenzen des Wachstums“ durch den Club of Rome ist bekannt, dass das Wirtschaftsmodell, so wie wir es heute leben, nicht zukunftsfähig ist. Es braucht ein neues, modernes Wirtschafts- und Gesellschaftssystem, mit welchem die zu den o. g. Problematiken führenden Schwächen überwunden werden.

Die 17 Nachhaltigkeitsziele (SDGs)

Im September 2015 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) die Agenda 2030 verabschiedet. Mit diesem globalen „Zukunftsvertrag“ vereinbarten die Regierungen einen gemeinsamen Aktionsplan von beispielloser Reichweite und Bedeutung. Kern der Agenda bilden die 17 SDG (engl. Sustainable Development Goals; dt. Ziele für eine nachhaltige Entwicklung). Sie basieren auf den Menschenrechten, sind universell gültig und decken die soziale, ökologische und ökonomische Dimension nachhaltiger Entwicklung ab. Sie stellen die Würde des Menschen und den Schutz des Planeten in den Mittelpunkt und widmen sich globalen Themen wie Armut, Hunger, Gesundheit und Bildung und beinhalten eine Vielzahl ökologischer sowie sozialer Visionen und Forderungen.

Quelle: https://unric.org/de/17ziele/

Aber da fehlt doch was!

In vielen Darstellungen zu den 17 Zielen scheint eine Kachel zu fehlen. Sicher haben sich die Vereinten Nationen ganz bewusst für diese Ansicht entschieden, um die Menschen weltweit dazu zu inspirieren, die Lücke zu schließen.

Und ja! Für mich fühlen sich die 17 SDGs nicht vollständig an. Denn die Themen und Forderungen, die sie aufgreifen, sind ausschließlich nach außen gerichtet. Adressiert an „Die Politik“ oder „Die Wirtschaft“. Jemand muss die Klimakrise stoppen, „Das System“ verändern. Wer Verantwortung abgibt, gibt gleichzeitig die eigene Wirkungsmacht aus den Händen. Ein demütiger Umgang mit Ressourcen (z.B. SDG 2, 7, 15), Gerechtigkeit (z.B. SDG 1, 5, 10), Friedfertigkeit (SDG 17), Solidarität & Mitgefühl (z.B. SDG 1, 2, 8)… eine nachhaltige Entwicklung ist nur so wirkungsvoll wie die Menschen, die ihre Werte wirklich verinnerlicht haben.

Daher bin ich davon überzeugt, dass die innere Haltung des Menschen sich und seiner Umwelt gegenüber elementarer Bestandteil einer erfolgreichen Transformation in eine nachhaltige Zukunft ist. Diese Haltung beinhaltet die wache, SELBST-bewusste, individuelle Auseinandersetzung mit den Motiven und Werten die dem eigenen Denken und Handeln zugrunde liegen. Dieser „inneren Transformation“ zu mehr Selbstreflexion, individueller Verantwortung und Selbstwirksamkeit, Ethik und Weisheit, ist SDG 18 „Bewusstseinswandel“ gewidmet.

Quelle Titelbild: https://unric.org/de/17ziele/